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Geldanlage
auf
andere Art
Festverzinsliche Wertpapiere sind als Anleihen oder als
Anleihen ausgestaltete Genussrechte auf dem Kapitalmarkt unübersehbar präsent, doch
allzuviel Aufmerksamkeit genießen sie in der öffentlichen Wahrnehmung, in Medien
und Werbung nicht. Festverzinsliche Wertpapiere, ihre Gestaltungsformen und
Pendants, ihre Vielfalt und Chancen werden noch immer unterschätzt.
Spektakuläre Gewinne und Verluste von Aktien börsennotierter Unternehmen sind
beliebte Gesprächsthemen. Wie beim Goldrausch vergangener Zeiten faszinieren die
Gewinne und werden die Verlierer vergessen. Wie beim Angeln und Fischen
beeinflussen Wissen und Erfahrung, Hörensagen und gar Anglerlatein den
Anlageerfolg und die Wahrnehmung von Chancen und Risiken.
Schwankungen von Währung und Rohstoffen haben sehr konkrete Auswirkungen auf das
tägliche Leben - etwa darauf, was Lebensmittel und Energie kosten.
Doch während sicherheitsorientierte institutionelle Anleger wie
Versicherungsgesellschaften und Pensionsfonds nicht ohne Grund vor allem
festverzinsliche Wertpapiere halten, neigen Markt und Privatanleger zuweilen zu
Extremen - verbunden mit ebenso extremen Auswirkungen auf Rendite und
Sicherheit.
Warum ?
●
Festverzinsliche Wertpapiere sind nicht aufregend sexy − sondern langweilig
solide.
Medien beschäftigen besonders gern
mit Dingen, die die Menschen bewegen. In
der Medienbranche hat man die Erfahrung gemacht, daß spannende und aufregende Nachrichten um "sex & crime"
besonders gefragt sind - und das trifft im übertragenen Sinne auch auf
Geldanlagen zu.
Börsengehandelte
Wertpapiere, Währungen und Rohstoffe bewegen sich im ständigen Auf und Ab der
Kurse, in extremen Zeiten gar zwischen Überhitzung und Ernüchterung in der
Spannbreite von Boom und Crash. In Zeiten lange und stark steigender Kurse - in
der Fachsprache als Hausse bezeichnet - herrscht Goldgräberstimmung. Eine Zeit
lang scheint alles möglich und nahezu jeder Anleger scheint dann an der Börse zu
gewinnen. Viele Menschen, die mit Geldanlage bislang wenig zu tun hatten,
investieren nicht nur, sondern beginnen zu spekulieren, wenn selbst "die Spatzen
von den Dächern pfeifen", man müsse an der Börse dabeisein. Solche Phasen der
Übertreibung abseits wirtschaftlicher Realität erhielten vor langer Zeit den
Namen Dienstmädchenhausse, wenn sich selbst Menschen an der Börse engagieren,
die es mangels Wissen oder wirtschaftlichen Voraussetzungen vielleicht nicht tun
sollten.
Was folgt, ist ein oft schneller und starker Rückgang von Börsenkursen - in der
Fachsprache als Baisse bezeichnet. Börse und Geldanlage gelten dann wieder für
einige Zeit als undurchsichtig und von zweifelhafter Moral. Und wieder ist die
Börse Thema der Medien, doch nun unter umgekehrtem Vorzeichen.
Festverzinsliche Wertpapiere im Allgemeinen, Anleihen oder als Anleihen
ausgestaltete Genussrechte im Besonderen sind hingegen für spektakuläre
Schwankungen von Wert und Rendite, für unvorhersehbare Ergebnisse nicht zu haben - und damit für
Medienberichte meist denkbar uninteressant.
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Festverzinsliche Wertpapiere sind einträglich für Anleger − weniger für Banken
und Sparkassen.
Festverzinsliche
Wertpapiere - insbesondere solche, die von Emittenten allein herausgegeben
werden, Vertriebkosten minimieren und bemerkenswert attraktive Konditionen
bieten - stehen zudem in Wettbewerb zu hauseigenen Angeboten von Banken und
Sparkassen. Das Anlagekapital steht den die Anlage emittierenden Unternehmen
(bei Unternehmensanleihen oder als Anleihen ausgestalteten Genussrechten von
Unternehmen) oder anderen Körperschaften (etwa bei Staatsanleihen) selbst zur
Verfügung und deshalb nicht Finanzinstituten. Für Finanzdienstleister wäre die
immerhin zweitbeste Variante, wenn diese Anlageformen unter ihrer entgeltlichen
Zuhilfenahme ausgegeben (emittiert) und am Markt plaziert werden, zumindest aber
gegen Provisionen gekauft, verkauft, gehandelt werden - dann sind sie auch
interessant - und tauchen doch nicht in der Werbung auf.
Doch Geldanlage hat nicht
zwangsläufig mit Börse zu tun. Viele solide und einträgliche Geldanlagen
sind nicht börsennotiert, da eine Börsenplazierung mit oft vermeidbarem Auswand
und Kosten verbunden ist, die letztlich über eine geringere Rendite von Anlegern
finanziert werden müssen. Aktien und Anleihen mit einem Volumen in
Milliardenhöhe hingegen lassen sich oft nur in einem überschaubaren Zeitraum
plazieren, wenn Finanzdienstleister den Zugang zum Kapitalmarkt im Allgemeinen
und zu institutionellen Investoren im Besonderen erleichtern.
Das sind wesentlichen Gründe, warum sich
Banken und Sparkassen nur sehr selektiv mit festverzinslichen Wertpapieren wie
Anleihen oder als Anleihen ausgestalteten Genussrechten beschäftigen und diese
gar anbieten möchten.
Viele Unternehmen, die den Weg der Direktanlage vorziehen, legen Wert auf eine
enge Verbindung zu ihren Anlegern und bevorzugen Investoren, die nachhaltigen
Kapitalanlagen mit fairen und soliden Renditen statt kurzfristiger Kursgewinne
interessiert sind.
Festverzinsliche
Wertpapiere bieten in aller Regel sichere und berechenbare Anlageergebnisse -
und gelten deshalb zuweilen als bieder und langweilig.
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Festverzinsliche Wertpapiere sind etwas für institutionelle Investoren −
und für Privatanleger gleichermaßen.
Großen
Anleihenemissionen gehen nicht umsonst ganz oder zu großen Teilen an institutionelle Investoren.
Versicherungen und insbesondere Pensionsfonds, die der Altersversorgung ihrer
Mitglieder verpflichtet sind, gehen legen Wert auf hohe Wertstabilität bei
attraktiver Rendite, geringe Risiken und Schwankungsbreite (Volatilität). Sie
meiden bewußt höhere Risiken für
wenige Prozentpunkte ungewisser Mehr-Rendite.
Die gleiche Anlagestrategie verfolgen Vermögensberater und Vermögensverwaltungen,
indem ein Anlageportfolio um so geringere Risiken enthalten sollte, je näher der
Ruhestand des Anlegers rückt.
Festverzinsliche
Wertpapiere wie Anleihen und als Anleihen ausgestaltete Genussrechte sind also
keineswegs nur etwas für institutionelle Investoren.
Solches
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